FSK- Bewertung von “Naruto”

Aufgrund von Zuschauerbeschwerden hatte die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) die Anime-Serie “Naruto” in diesem Monat geprüft. Der von den Privatsendern getragene gemeinnützige Verein prüfte die Episoden 14 und 15. Beruhigend für RTL II: Die Folgen erhielten eine Tagesfreigabe. Somit darf der Sender die Serie auch weiterhin im Nachmittagsprogramm ausstrahlen.

Weniger beruhigend ist jedoch der Hintergrund der Prüfung: Nach unseren Quellen gab es bereits im Oktober 2006 erste Beschwerden gegen die Serie bei der FSF. Die FSF begann die Prüfung aber erst nach dem Erscheinen der fünften Naruto-DVD (März 2007), die bekanntlich eine FSK 16-Kennzeichnung erhielt.

Zudem fällt die Wahl der geprüften Folgen auf: Die Episoden 14 und 15 besitzen nicht unbedingt die höchste Gewaltausprägung innerhalb der ersten Staffel und im geschichtlichen Kontext beschreiben diese Folgen nur den Beginn eines Konfliktes (der Kampf um die Brücke), der erst mit Episode 19 dramatisch endet. In diesen beiden Folgen versuchen Sasuke und Naruto sich aus dem Eisgefängnis von Haku zu befreien. Diese Folgen sind kaum dramatisch. Es findet ein Kräftemessen statt, bei dem Sasuke und Naruto keine nennenswerten Schäden davon tragen. Dies ändert sich erst in den nachkommenden Folgen, und auch die Dramatik steigert sich deutlich.

Zur Sorgfältigkeit der FSF: Die GSJP (heute KJM) hatte bei der Prüfung der Serie “Detektiv Conan” im Frühjahr 2003 sich genau die beiden Folgen ausgesucht, die als einzige eine FSK 12-Bewertung bei der späteren FSK-Prüfung erhalten haben. Die GSJP wählte also tatsächlich die problematischsten Folgen zur Prüfung aus.

Update vom 07.05.07: Die FSF hat auf die Kritik reagiert und wird nun die Episoden 16-19 von Naruto prüfen.

Quelle: FSF, Animexx-Forum

Published in: on May 15, 2007 at 9:18 pm Leave a Comment

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